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21.04.17

Mitmachaktion für Touristen als Delfinschutz-Bürgerforscher

Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) bittet Kroatienurlauber, für das Projekt "Rettung der letzten Adria-Delfine" Delfinsichtungen zu melden.

Tümmler

Großer Tümmler. Foto: U. Kirsch/GRD

Das Sichtungsprogramm, das die GRD zusammen mit ihren kroatischen Partnern von der tierärztlichen Fakultät der Universität Zagreb durchführt, existiert seit 2001. Die Daten liefern wichtige Hinweise zum Bestand und zum Verhalten der Meeressäuger und dienen gemeinsam mit anderen Erhebungen als Bewertungsgrundlage für Maßnahmen, um die bedrohten Bestände zu schützen. So haben in der Adria, in der bis in die 60er-Jahre mehrere Tausende Delfine beheimatet gewesen sein sollen, nur ca. 220 Große Tümmler überlebt.

"Weit über 400 Sichtungen wurden uns 2016 gemeldet, so viele gab es noch nie", fasst GRD-Projektleiterin Ulrike Kirsch die Bilanz des letztjährigen Bürgerforschungsprogramms zusammen. Neben Großen Tümmlern, der einzigen Delfinart, die ganzjährig in kroatischen Gewässern lebt, sichteten Segler vor der Insel Mljet und bei Šolta zwei größere Schulen mit Gemeinen Delfinen. Diese Art ist eher selten in der Adria zu beobachten.

Wie 2014 verirrten sich 2016 erneut Pottwale in die Adria. Eine Segelcrew entdeckte die Leviathane im August vor der istrischen Stadt Rovinj. Die Sichtungen werden zeitnah, soweit vorhanden mit Fotos und Videos, online auf www.adriadelfine.de veröffentlicht.

"Wichtig ist auch, Funde von gestrandeten oder toten Meeressäugern umgehend zu melden. Nur dann lassen sich sofortige Rettungsmaßnahmen einleiten bzw. die Todesursachen erforschen", erklärt Ulrike Kirsch. Leider werden Delfine bis heute von vielen Fischern als Nahrungskonkurrenten gesehen, die es zu elimieren gilt, oder als leichte Beute für eine Harpune, wenn die Tiere in einer Bugwelle reiten. Nur wenn derartige Vorfälle zeitnah gemeldet werden, besteht die Chance, die Täter zu verfolgen und zur Rechenschaft zu ziehen.

Meldebogen und Hinweise zum korrekten Verhalten bei Begegnungen mit Delfinen, Walen und Mittelmeer-Mönchsrobben in freier Wildbahn können im Büro der GRD angefordert oder online abgerufen (und ausgefüllt) werden: www.delphinschutz.org/projekte/rettung-der-letzten-adria-delfine/sichtung-melden

Links:
GRD-Projekt zur Rettung der letzten Adria-Delfine: www.delphinschutz.org/projekte/rettung-der-letzten-adria-delfine





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