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18.05.12

Sportbootsaison startet mit umweltschonendem Projekt

DBU will Umweltschutz bei privaten Yachten und Motorbooten forcieren

In der umkonstruierten Bootswaschanlage sollen Abfallstoffe aufgefangen und umweltgerecht entsorgt werden (Foto: Hochschule Bremerhaven)

Wenn Schiffe durch die Wellen stampfen, „dampft“ das Umweltrisiko häufig mit. Damit sich Muscheln und Algen an den Rümpfen nicht festsetzen, werden sie fast flächendeckend mit giftigen Unterwasseranstrichen behandelt. Die Auswirkungen der Schadstoffe auf Wasserlebewesen können allerdings verheerend sein. Wenn die Sportbootsaison jetzt beginnt, soll mit finanzieller Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) von rund 400.000 Euro nun ein Forschungspaket geschnürt werden, das den Schutz der Schiffe vor Bewuchs, aber auch den Schutz der Gewässer vor Gifteinträgen speziell bei privaten Yachten und Motorbooten im Auge hat und Alternativen finden soll.

In der Schifffahrt generell stelle das ungewollte Besiedeln von Rümpfen durch Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen seit jeher ein zentrales ökologisches und ökonomisches Problem dar, erläutert DBU-Experte Dr. Max Hempel. Eine scheinbare Lösung seien in der Vergangenheit so genannte Antifouling-Farben gewesen, metallhaltige Breitbandgifte wie Tributylzinn und TBT, die die anhaftenden Organismen abtöteten. Wegen ihrer hormonellen Auswirkungen auf die Wassertiere seien sie 2008 jedoch verboten worden. Auch kupfer- und zinkhaltige Anstriche wären ökologisch keine Alternative gewesen. Rund 668 Tonnen dieser Wirkstoffe würden jährlich in der Europäischen Union produziert.

Laut Hempel bewegen sich Sportboote im Vergleich zu Großschiffen kaum und daher konzentriere sich das Gift in Häfen und Marinas. Auch lägen die Boote in der Regel in vielfältig genutzten Gewässern, die zur Erholung und Trinkwassergewinnung oder für den Fischfang genutzt würden.
Daher wurde der Gebrauch dieser Anstriche für Yachten und Sportboote bereits national in einigen Regionen verboten und auch international hätten erste Staaten bereits entsprechende Verordnungen erlassen bzw. bereiteten sie vor.

So wird die Hochschule Bremerhaven mit der Firma IPT (International Port Technology) und der Wohlert-Lackfabrik (Ritterhude) von der DBU gefördert. Als Ziel gilt die umweltschonende Beschichtung für Boote und eine Umstrukturierung der Bootswaschanlage, so dass bei regelmäßigen Reinigungsarbeiten anfallende Abfallstoffe aufgefangen und umweltgerecht weiterbehandelt oder entsorgt werden können.

Auch die Firma LimnoMar in Hamburg, mit den Firmen Nordseetaucher in Ammersbek und Panadur in Halberstadt, wird von der DBU unterstützt, um verschiedene mobile Reinigungsverfahren auf ihre Einsatzmöglichkeiten und ihre Eignung für Süß- und Salzwasser zu testen. Neben der Reinigungseffektivität stehe die Gewässerbelastung bzw. die Auffangmöglichkeit des gereinigten Bewuchses oder des Waschwassers im Zentrum der Untersuchungen. Zudem sollen Fragen der Genehmigungsfähigkeit von Reinigungstechniken sowie deren ökonomische und ökologische Kosten erörtert werden.

Außerdem hilft die DBU der Firma Waero in Kiel. Sie will eine neuartige automatisierte Bootsreinigungsanlage entwickeln. Ein Waschkopf an einem im Hafen oder in der Marina am Bootssteg befestigten Reinigungsarm soll am Bootsrumpf entlang geführt werden. Um ausreichende Praxis- und Anwendungsrelevanz sicherzustellen, müsse die Anlage innerhalb eines Tages demontierbar und transportfähig sein. Der Kaufpreis der Anlage solle 60.000 Euro nicht überschreiten, ein Boot in rund 20 Minuten gereinigt sein. Um dieses Ziel zu erreichen, werde eine Spezial-Software und Regelungstechnik für eine modellhafte Anlage in einem kleineren Maßstab entwickelt.

Links:
www.dbu.de
 





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