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17.10.06

Yacht gesunken in der Türkei

Der Morgen des 11. Oktober 2006 begann mit leichtem Nordostwind und fast wolkenlosem Himmel, als die Crew der gecharterten Baravia 37 eine kleine Bucht an der Westseite des Golf von Fethiye ansteuerte und bei ablandigem Leichtwind auf der Position 37 36-38,3 Nord und 28-53,6 Ost mit einer langen Heckleine zum Ufer vor Anker ging.

In der Region sind auch andere Yachten zu Schaden gekommen.

Nachmittags zog von Süden her eine dunkle Wolkenwand auf, die ein scharf abgegrenztes Wolkenband vor sich her schob. Aber noch schien die Sonne... Erst als gegen 1500 Uhr der Wind nach einer kurzen Flautenperiode umschlug und dann erst leicht, dann stärker von Süden wehte, bemerkte die Crew ihre missliche Lage: Aus der geschützten Ankerbucht war eine gefährliche, da ungeschützte Küste geworden. Der Wind hatte binnen weniger Minuten auf bis zu 45 Knoten aufgebrist und der Seegang wurde immer höher - das Boot saß in der Falle. Aus dieser Legerwallsituation war kaum mehr zu entkommen, denn die bis zu 3 Meter hohen brechenden Wellen vereitelten ein Auslaufen. Der Skipper versuchte zwar noch mit der Maschine gegen die hohen brechenden Wellen anzudampfen, aber es war zu spät. Der von der Crew abgesetzte Mayday-Ruf erreichte zwar die türkische Küstenwache, sie war aber zu weit weg und bereits im Einsatz, und auch ein Rettungsboot hätte die Yacht nicht freischleppen können.

 

Da die Crew keine Möglichkeit mehr sah die offene See zu erreichen verließ sie das Boot und rettete sich an Land. Zuerst kam der Mast von oben und wenig später sank die Yacht in der Dämmerung. Nach Auskunft der Charterbasis in Marmaris was der Rumpf nach Grundberührung leck geschlagen und anschließend vollgelaufen. Dass das Heck noch einige Zeit aus dem Wasser ragte sei auf den Auftrieb der Fender,die sich in der Backbord-Backskiste befunden hatten, zurückzuführen.

 

Die Mannschaft wurde von den Leuten des gleich hinter dem Hügel liegenden Restaurants in der beliebten Kapi-Bucht versorgt und anschließend von der herbeigerufenen Coast Guard zum Festland gebracht. Nach etwa drei Stunden war der Sturm im Golf von Fethiye vorüber. In der Region sind auch andere Yachten zu Schaden gekommen.

Links:
Text +Bild: Hans Mühlbauer, www.DMCReisen.com





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