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Für viele Fischarten bietet das Watt die Kinderstube (Foto: Matthias Kannegiesser)

Watt

Dem niederländischen Festland ist ca. ein Viertel des gesamten, rund eine Million Hektar großen nordwesteuropäischen Wattengebietes vorgelagert. Texel liegt am westlichen Rand dieses Bereichs. Zusammen mit dem Wattenmeer bilden die fünf holländischen „Waddeneilanden" und die angrenzenden Küstenstreifen den ökologischen und kulturhistorischen Lebensraum des Wattengebietes.

Zweimal täglich rollt die Nordsee über das sonst morastig darliegende Watt. Das einzigartige Wechselspiel von Wasser und Land beeindruckt immer wieder aufs Neue. Bei Ebbe ist das Feuchtgebiet Tummelplatz für Urlauber und Angler, die - bewaffnet mit Schaufel und Eimer - den schlammigen Boden nach Ködern für den Fischfang absuchen.

Bei Wattwanderungen sollte unbedingt auf den Rhythmus der Gezeiten geachtet werden, denn sonst könnte die Flut unliebsame Überraschungen bringen. Selbst die kleinen Bäche schwellen zu reißenden Gewässern an. Am sichersten und lehrreichsten ist die Teilnahme an einer Exkursion unter fachkundiger Leitung (Informationen bei EcoMare, Tel. +31-222-317741). Ein „Spaziergang" durch das Watt ist ebenso mühsam wie erheiternd - und das aus demselben Grund. Ständig bleibt man im sumpfigen Boden stecken; nicht wenige haben sich während eines Marsches mehrfach auf die Suche nach ihrem Schuhwerk begeben müssen (Gummistiefel eignen sich am besten).

Beim ersten Blick auf die moderige, in allen Schlammfarben schimmernde Fläche drängt sich der Eindruck auf, dass diesem Gebiet jegliches Leben fehlt. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Milder Flut wird das Watt großzügig mit Nahrung überspült. Im Nordseewasser werden Salze, wie z.B. Nitrate und Phosphate, mikroskopisch kleine Algen und Unmengen an Plankton, das im seichten Wattenmeer besonders gut gedeiht, mitgeführt. Die im Watt lebenden und von diesen Stoffen gut genährten Würmer und Schalentiere (unter anderem Muscheln) sind ein erstes Glied in der Nahrungskette. Durch sie werden jährlich Zehntausende von Vögeln auf ihrem Weg ins südliche Winterquartier angelockt. Das Wattenmeer bietet einen reichgedeckten Tisch; bei Ebbe können Dutzende Kolonien von Limikolen beim Picken im Schlamm auf der Suche nach Nahrung beobachtet werden. In diesem einzigartigen Feuchtgebiet finden die Vögel noch die Ruhe, die sie zum Brüten und Mausern brauchen.

Auch Fische gehören zu den Bewohnern der „Waddenzee". Für einige Fischarten, wie Sprotten, Heringen, Seezungen und Schollen, bietet das Watt die Kinderstube. Die Larven kommen zwar in der Nordsee zur Welt und kehren auch dorthin zurück, doch die Zeit des Wachstums verbringen sie im Wattenmeer. Neben Fischern gehören Seehunde zu ihren natürlichen Feinden. Die Robben verspeisen täglich bis zu fünf Kilo Fisch. An Anzahl und Gesundheitszustand der Seehunde lässt sich relativ zuverlässig ablesen, wie es um das Wattenmeer bestellt ist. Je stärker das Wasser durch chemische Stoffe wie Nitrat, Silikat, Arsen, Stickstoff, Ammoniak und Phosphat verunreinigt ist, desto größer ist die Belastung des Fischbestandes, was sich wiederum direkt auf die Seehunde auswirkt, die sich von den Fischen ernähren. Im Jahre 1988 starben beispielsweise rund 60 % der 1000 im niederländischen Wattengebiet lebenden Robben an einer rätselhaften Virusinfektion, die durch die Verunreinigung des Meeres hervorgerufen wurde. Heute hat sich der Bestand wieder auf die gleiche Anzahl an Tieren eingependelt. Immer noch gehören aber Seehunde zu den stark bedrohten Tierarten. Auch wenn die Verschmutzung des Watts nicht immer zum Tode der dort heimischen Lebewesen führt, so sind Krankheiten und oftmals auch Unfruchtbarkeit - ca. die Hälfte aller Seehundweibchen ist steril - ein häufig auftretendes Übel. Seit Beginn der 70er Jahre trifft man in diesem Feuchtgebiet nur noch selten Krebse an; einige Jahre später setzte ein großes Muschelsterben ein.

Ein Teil der lebensbedrohenden Substanzen fließt durch stark verunreinigte Flüsse in die Waddenzee. Auf der Nordsee werden chemische Abfallprodukte verbrannt, Raffinerien, Industrie und Schifffahrt verschmutzen die Gewässer mit Öl - die Auswirkungen auf die Vogelwelt können in EcoMare, dem Zentrum für Nordsee und Wattenmeer), beobachtet werden. In der Nordsee stehen Dutzende von Bohrplattformen, rund 8000 km Öl- und Erdgasleitungen sind verlegt worden, unter anderem zur Versorgung der Inselbewohner. Saurer Regen und Überfischung tun ein Übriges. Das einzigartige Naturgebiet Watt steht unter ständiger Bedrohung. Plante man in der Vergangenheit noch, die Watteninseln untereinander und mit dem Festland zu verbinden, um so einen Damm zum Schutz des Festlandes zu schaffen, hat die Regierung in Den Haag inzwischen begriffen, dass das empfindliche Wattenmeer in seiner jetzigen Form zu schützen ist. Dank der „Vereinigung zur Rettung des Wattenmeeres" wurde dieser Entwurf zu den Akten gelegt. Große Teile dieses Feuchtgebietes stehen mittlerweile unter Naturschutz. Die Erhaltung des Watts ist jedoch nicht nur von ökologischer Bedeutung, auch seine Rolle als Erholungsgebiet sollte nicht unberücksichtigt bleiben.

Leider haben die bisherigen Bemühungen nicht ausreichend gefruchtet. Immer wieder kommt es zu Umweltskandalen. Zu Beginn des Jahres 1994 führte beispielsweise Unachtsamkeit dazu, dass die niederländische und die deutsche Küste von mehreren hunderttausend Beuteln mit dem hochgiftigen Pflanzenschutzmittel „Apron Plus" bedroht wurden. Die Container, in denen sich das Mittel befand, waren nicht entsprechend auf dem Schiffsdeck befestigt. Glücklicherweise konnte ein Großteil der Beutel unversehrt aufgelesen werden, die befürchtete Katastrophe blieb aus. Langfristige Folgen - was geschieht z.B. mit den noch im Meer vorhandenen, nicht angeschwemmten Beuteln? - sind indes bislang nicht abzusehen.

Die Nordseekonferenzen der acht Anrainerstaaten sind bis heute relativ ergebnislos geblieben. Zwar wurde vor einigen Jahren eine Liste mit den gefährlichen Stoffen verabschiedet, die bis 1995 um rund die Hälfte verringert werden sollen, ein wirksames Schutzprogramm steht jedoch noch aus. Seit 1965 ist auch die „Landlijke Vereniging tot Behoud van de Waddenzee" um den Erhalt des Wattenmeeres bemüht. Für diejenigen, die Mitglied werden möchten: Kontaktadresse: Postbus 90, 8860 AB Harlingen, Tel.: +31-5178-493693.

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